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#Beelitz #Festspiele #PensionSchöller : „Wahnsinnig“ witzig – Ku’Damm-Bühnen ziehen im August mit der „Pension Schöller“ nach Beelitz

Posted by web-bb.de - Juli 29, 2017

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Das Alter kann ihm scheinbar überhaupt nichts anhaben: Wenn Herbert Köfer über die Bühne wirbelt, käme niemand auf die Idee, dass der Grandseigneur des Deutschen Theaters in vier Jahren Hundert wird. In seiner aktuellen Rolle geht er auf wie sonst kein anderer: Im berühmten Schwank „Pension Schöller“ gibt er den etwas schusseligen, manchmal konsternierten, aber durchweg liebenswerten Direktor, der mit den Macken seiner Gäste souverän umzugehen weiß. Besser zumindest als mit seiner Nichte Franziska, die er endlich an den Mann bringen möchte. Dass Köfer manchmal Worte vertauscht, gehört wohlgemerkt zu seiner Rolle – ebenso wie der Groll, der ihn danach erfasst: Wütend stampft er auf, um die richtige Satzfolge auf die Reihe zu bekommen und erntet brüllendes Gelächter aus dem Publikum.

Derzeit läuft sie wieder am Berliner Theater am Kurfürstendamm, die „Pension Schöller“ in der Inszenierung von Jürgen Wölffer. Nach 1300 zumeist ausverkauften Aufführungen bis 2012 und einer mehrjährigen Pause lassen die Ku’Damm-Bühnen das Stück nun wieder aufleben. Anlass sind die Beelitzer Festspiele, die ab dem 10. August wieder unter freiem Himmel vor der historischen Altstadtkulisse an der Nieplitz stattfinden. Nach den Erfolgen mit dem „Weißen Rössl“ 2013 und der Operette „Frau Luna“ 2015 fiel die Wahl für dieses Jahr auf die Berliner Erfolgsinszenierung der „Pension Schöller“. „Von unserer Idee, das Stück mit dem ganzen Ensemble nach Beelitz zu holen, war man in Berlin sofort begeistert“, so Bürgermeister Bernhard Knuth, der als Intendant die Feder bei den alle zwei Jahre stattfindenden Festspielen führt. Die Begeisterung ging nun soweit, dass es im Vorfeld der Festspiele erst mal ein paar Heimspiele geben wird – am Berliner Boulevard.

Das Stück um die scheinbar „Verrückten“ ist immerhin ein zeitloser Knüller, der das Zwerchfell ordentlich beansprucht. Der Hintergrund ist aber durchaus ernst: Es geht um Voyerismus und darum, wie schnell man Menschen abstempelt, sagt Regisseur Wölffer. Er selbst spielt den cholerischen Major von Mühlen, den man weder auf dessen Pensionierung noch auf seine glücklosen Schlachten oder die Exfrau ansprechen, mit ihm am besten über gar nichts reden sollte – herrlich, wie er explodiert, falls jemand dagegen verstößt.

Dabei wollte der Gutsbesitzer Philipp Klapproth doch nur mal eine Irrenanstalt besuchen, um zuhause am Stammtisch ordentlich etwas erzählen zu können. Sein Neffe Alfred vermittelt ihn in Ermangelung eines echten „Sanatoriums“ auf Vorschlag seiner Verlobten Franziska in die Pension ihres Onkels Schöller, denn die Gäste sind mindestens genauso gut wie echte Irre. Und so trifft Klapproth auf eine neugierige Schriftstellerin, einen großspurigen Großwildjäger, den Major und einen Schauspielschüler, der das „L“ nicht aussprechen kann. „Mein Nehrer sagt, ich hätte großes Tanent“. Kein geringerer als Winfried Glatzeder spielt den Eugen Schöller, der so gern „Othenno“ und „Hamnet“ rezitiert und trotz Sprachfehler zum Theater möchte. „Ans ob sich eine sonche Schwierigkeit nicht überwinden nieße“. Unglaublich, wie Glatzeder es schafft, sich diesen einen Buchstaben gänzlich aus dem Kopf zu schlagen. Und unglaublich komisch.

Klapproth wird gespielt von Achim Wolff, der sich voller Wonne durch die Auftritte berlinert. Zunächst genießt er die Begegnungen mit den vermeintlichen Irren, tischt der Schriftstellerin Zillerthal (Christine Schild) abenteuerliche Lügengeschichten über seine Herkunft auf („Über meiner Jeburt schwebt ein misteriöses Dunkel.“), berichtet dem Großwildjäger Bernhardy, wie er selbst mal Auge in Auge einem Löwen gegenüber stand („Aber denn bin ick weiter zum Affenkäfig.“) und lässt sich vom wütenden Major zum Duell fordern. Immerhin ist der ja eingesperrt. Doch weit gefehlt: Die vermeintlichen „Insassen“ verfolgen ihn schließlich bis nach Hause.

Nicht nur die Gäste in der Pension sind eine bunte Truppe, auch die Darsteller, die sie verkörpern, könnten lustiger kaum sein. In Interviews nehmen Wollf, Köfer und Glatzeder sich gegenseitig auf die Schippe – sich und ihr Alter. „Ich hab eine neue Hüfte“, sagt Wolff, „Ich ein neues Knie, das auch schon wieder alt ist“, witzelt Glatzeder. „Bei mir ist noch alles original“, trumpft ausgerechnet Köfer auf. Die drei verstehen sich prächtig und irgendwie ist es wirklich wie bei einem Klassentreffen. Denn auch hier findet jeder sofort in seine Rolle zurück – vor und hinter der Bühne.

Die ersten Vorstellungen in Berlin verheißen äußerst humorvolle Abende auch an der Nieplitz – und damit rechnen viele Besucher. Drei Viertel der Karten für die Beelitzer Festspiele 2017 sind insgesamt bereits verkauft, zwei der sieben Aufführungen liegen schon über 85 Prozent. „Natürlich ist die Erfolgsinszenierung ein großer Anreiz für viele, einen Theaterabend in Beelitz zu planen“, sagt Bürgermeister Knuth. „Die große Nachfrage zeigt aber auch, dass unsere Veranstaltungsreihe mit dem einmaligen Ambiente, der großartigen Atmosphäre und der Auswahl an Stücken längst einen festen Platz in den Herzen der Menschen in unserer Region und weit darüber hinaus gefunden hat.“

Aufführungen gibt es am 10., 11., 12., 17., 18. und 19. August um jeweils 20 Uhr sowie am 13. August um 15 Uhr. Karten kosten je nach Kategorie zwischen 29,50 und 62 Euro und sind in jeder Vorverkaufsstelle sowie online über

www.beelitzer-festspiele.de     erhältlich.

 

Herzliche Grüße aus Beelitz,

Thomas Lähns

Pressestelle der Stadt Beelitz

Tel. (033204) 391 38

Fax: (033204) 391 35

Email: laehns

www.beelitzer-nachrichten.de

www.beelitzer-spargelfest.de

www.beelitzer-festspiele.de

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