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#Beelitz #BN #BeelitzerNachrichten : Mit dem Fahrrad ins neue Leben

Posted by web-bb.de - März 27, 2017

Die ersten Fahrversuche sehen noch recht wackelig aus, vor allem bei jenen, die noch nie auf einem Drahtesel gesessen haben. Aber die Jungen und Mädchen schwingen sich mutig immer wieder in den Sattel und bald geht es den Schwarzen Weg rauf und runter. Heute hat Bürgermeister Bernhard Knuth 16 aufgearbeitete Fahrräder an die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft in Beelitz Heilstätten übergeben – und damit riesige Freude bei den Jugendlichen ausgelöst.

Seit Ende vergangenen Jahres ist die Einrichtung im Schwarzen Weg das neue zu Hause für elf Jungen und acht Mädchen aus Somalia, Eritrea und weiteren afrikanischen Ländern. Die 15- bis 18-Jährigen sind vor dem drohenden Kriegsdienst unter der Militärdiktatur und – die Mädchen – nicht zuletzt aufgrund ihres niedrigen gesellschaftlichen Status geflohen, der sich in Zwangsheirat, Vergewaltigungen und Genitalverstümmlungen manifestiert. "In Deutschland möchten Sie sich ein neues Leben aufbauen. Sie sind allein hier her gekommen und haben die Trennung von ihrer Familie bewusst in Kauf genommen", erklärt Einrichtungsleiterin Lydia Näther vom Arbeits- und Ausbildungsförderverein. Familiennachzug sei in diesen Fällen kein Thema. Der Bürgermeister bot Unterstützung an, wenn sie gebraucht wird, und Vermittlung, wenn sie nötig ist.

Vieles läuft bereits sehr gut: Die jungen Leute seien sehr motiviert, berichtet Lydia Näther: Montags bis donnerstags fahren sie mit der Bahn nach Potsdam, gehen dort zur Schule und erhalten zunächst ausschließlich Deutschunterricht. "Niemand von ihnen schwänzt oder kommt zu spät, sie nehmen das sehr ernst", so Frau Näther. Und freitags machen sie Hausaufgaben, auch mit ehrenamtlicher Unterstützung einer Bürgerin aus Fichtenwalde.

Generell sei die Unterstützung vonseiten der Beelitzer groß: Bei der Sportgemeinschaft Blau Weiß Beelitz können die Jugendlichen Fußball spielen, die Mädchen haben bereits Besuch von Altersgenossinnen aus dem Sally-Bein-Gymnasium bekommen, demnächst stehe ein gemeinsamer Ausflug an. Der Verein "Beelitz hilft!" hat ebenfalls schon Kontakt aufgenommen, und schließlich gebe es regelmäßige Treffen im Flüchtlingscafé Fichtenwalde und dem Jugendclub Beelitz.

"Es ist wichtig, dass die Mädchen und Jungen mit der Außenwelt in Kontakt kommen, dass sie schnell die deutsche Sprache lernen und ankommen", findet auch Bürgermeister Bernhard Knuth. "Aber sie wollen auch das, was ihnen lange verwehrt geblieben ist: Unbeschwert sein und ein wenig Kindheit nachholen." Die Fahrräder werden bei dem einen wie dem anderen helfen.

Herzliche Grüße,
Thomas Lähns

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