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#Beelitz #BN #BeelitzerNachrichten #FFW : Seit 120 Jahren für die Bürger da – Feuerwehr Beelitz feiert am Samstag Jubiläum

Posted by web-bb.de - November 19, 2016

 

 
 
Seit 120 Jahren für die Bürger da – Feuerwehr Beelitz feiert am Samstag Jubiläum

Beelitz – 18.11.2016

Unsere Freiwillige Feuerwehr Beelitz (also die Ortswehr Beelitz) feiert an diesem Wochenende ihr 120-jähriges Jubiläum.

Wenn es früher in Beelitz brannte, dann mussten die Bürger selbst ausrücken, um mit Leiterwagen und Löscheimern Schlimmeres zu verhindern. Das reichte freilich nicht immer: Für den 5. Oktober 1847 ist ein Großbrand überliefert, dem knapp 50 prall gefüllte Scheunen im Großen Anger zum Opfer fielen – der letzte in einer langen Reihe von Stadtbränden in der Geschichte von Beelitz.

„Der Feuerschein wurde bis nach Potsdam hin leuchtend gesehen“, vermerkte Stadtchronist Carl Schneider im Nachhinein. Er konstatiert, dass die Brandbekämpfer aufgrund der Hitze und des Wassermangels nichts haben ausrichten können. Ein weiterer Grund mag ein gewisses Durcheinander gewesen sein, denn obwohl die Zuständigkeiten in der „Feuer-, Polizei– und Löschordnung“ klar geregelt waren, schickten die Bauern oft ihre Knechte und die Handwerker ihre Gesellen, um an ihrer statt den Pflichtdienst zu übernehmen.

Um so etwas zu verhindern, wurde auf Initiative des Bürgermeisters Gustav Nürnberg 1896 die Freiwillige Feuerwehr gegründet – ein Ereignis, dass die Beelitzer Ortswehr der heutigen Zeit in diesem Monat gefeiert hat – und das Anlass gibt, auf die wechselvolle Geschichte zurückzublicken.

Wolfgang Kotsch, Hauptlöschmeister und Mitglied der Truppe seit 1994, hat dazu eine Chronik geschrieben – in fast zweijähriger Arbeit. Mit der Sammlung alter Urkunden, Zeitungsartikeln und Fotos hatte indes bereits sein Vater angefangen. Der war in den 1950ern eingetreten und kannte einen Großteil der Feuerwehrgeschichte noch aus eigenem Erleben. „Einen Aufruf zur Gründung hatte es bereits 1891 gegeben, der stand damals in der Beelitzer Zeitung“, berichtet Wolfgang Kotsch. Aber vermutlich waren nicht genug Freiwillige zusammengekommen.

Fünf Jahre später sah die Sache schon anders aus: 40 Mitglieder unterschrieben auf der Gründungsversammlung am 20. November, Oberführer wurde der Beelitzer Schornsteinfeger Robert Gleinig. Die erste große „Feuerprobe“ ließ nicht lange auf sich warten: Als im Juli 1899 ein Brand im Kesselhaus der Dampfschneidemühle – heute befindet sich hier der Edeka-Markt – ausbrach, waren die Feuerwehrleute nach nur zehn Minuten zur Stelle und wurden bald „des vernichtenden Elements Herr“, wie die Beelitzer Zeitung lobend vermerkte.

In den folgenden Jahren wurde weitere Ausrüstung angeschafft und 1903 nach langem Ringen das Gerätehaus am Kirchplatz in Dienst gestellt. Bis 1914 wuchs die Zahl der aktiven Kameraden auf knapp hundert, während des Zweiten Weltkrieges war ein Großteil von ihnen eingezogen worden. An die elf im Krieg gebliebenen Brandschützer erinnert noch heute eine Gedenktafel im Bestand der Ortswehr.

Nach dem Versailler Vertrag gelangte die Stadt Beelitz zu einer gewissen kulturellen Blüte – durch den Spargel, ein reges Vereinsleben und einen zunehmenden Fremdenverkehr. Auch die Feuerwehr wurde davon mitgerissen, was vor allem an ihrem neuen Oberführer, dem Uhrmacher Gustav Linke, lag, wie Wolfgang Kotsch berichtet. Linke war auch in der Kreisfeuerwehr aktiv und holte wichtige Veranstaltungen an die Nieplitz. „Außerdem bekamen die Beelitzer als die zweite Feuerwehr im Landkreis ein eigenes Fahrzeug.“

Während der Nazizeit wurden die Kameraden dann als Hilfspolizei in den Sicherheitsapparat eingegliedert, bekamen neue Uniformen und standen als Propagandamittel selbst unter starkem Druck. Im Zweiten Weltkrieg wurden wieder die meisten von ihnen eingezogen und in deren Abwesenheit die ersten Frauenmannschaften aus der Taufe gehoben. „Die mussten vor allem nach Bombenangriffen löschen, von denen auch Beelitz und die gesamte Region nicht verschont blieb“, so Wolfgang Kotsch. Sogar bis nach Dresden mussten die Beelitzer Frauen im Februar 1945 ausrücken. Eine von ihnen war Waltraud Pchayek, die 1966 wieder eine aktive Frauenmannschaft aufbaute und heute noch Mitglied der Alters– und Ehrenabteilung ist.

Zum Kriegsende hin wurden die Fahrzeuge der Feuerwehr nach Westen geschafft, um sie vor der Roten Armee in Sicherheit zu bringen, was den Neuanfang nicht gerade einfacher machte. Immerhin: Den Beelitzern blieb aber immerhin die alte Automobilspritze „Königin Luise“, die dann 1954 durch einem Opel „Blitz“ abgelöst wurde. Es gab aber auch Probleme, Mitglieder zu finden: Gerade mal 18 Kameraden kamen zu einer Versammlung im Juli 1946 ins Rathaus, deren Zahl wuchs zwar wieder auf 52, doch aus politischen Gründen wurden 22 im Jahr 1952 wieder ausgeschlossen.

Ende der 1950er wurde das Feuerwehrleben erweitert: Im Laufe der Jahre wurden auch ein Spielmannszug, eine Blaskapelle und sogar eine Jugendblaskapelle gegründet, auch der Katastrophenschutz spielte eine zunehmende Rolle. In den 1970er Jahren kam es immer wieder zu Waldbränden, vor allem entlang der Bahnstrecke. Auch bei der Waldbrandkatastrophe am 10. Mai 1976, als zwischen Neuseddin und Ferch 365 Hektar Wald in Flammen standen, waren die Beelitzer Feuerwehrleute mit an vorderster Front. Über das Jahr wurden über 100 Einsätze gefahren – so viele wie sonst nicht. In jenen Jahren wurde auch die Zusammenarbeit mit der in Heilstätten stationierten Roten Armee vertieft, wie Chronist Wolfgang Kotsch bemerkt. Es gab gemeinsame Übungen und „Freundschaftsabende mit viel Wodka“.

Die Wende markierte dann einen weiteren Umbruch bei der Feuerwehr Beelitz – im positiven Sinne: Es wurde neue Technik angeschafft und 1994 das heutige Gerätehaus in der Berliner Straße bezogen, weil der Platz an der Kirche nicht mehr reichte. Zehn Jahre später kam die Eingliederung in die Stadtwehr Beelitz. Dazwischen lagen unzählige Einsätze, neue Herausforderungen und jede Menge Engagement – und das bis heute.

Die Feuerwehr Beelitz heute:

· Derzeit zählt die Freiwillige Feuerwehr Beelitz 42 aktive Mitglieder sowie 14 Mitglieder in der Alters– und Ehrenabteilung.

· Die 1994 ins Leben gerufene Jugendfeuerwehr zählt heute 14 Mitglieder.

· 2012 wurde auch eine Kinderfeuerwehr gegründet, in der schon die Jüngsten an das Thema Brandschutz herangeführt werden. Derzeit sind 16 Kinder zwischen 6 und 10 Jahren dabei, sieben davon sind Mädchen.

· Im Jahr 2015 absolvierten die Beelitzer Feuerwehrleute 244 Einsätze. Darunter waren 63 Brände, 35 Verkehrsunfälle und 53 Unwetterschäden.

Text © Thomas Lähns – Pressesprecher der Stadt Beelitz

 
 

Stadtbrandmeister Alfons Schubert, Carlos Beeskow aus der Kinderfeuerwehr und Antonia Mann, die im aktiven Dienst steht.

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