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27. Oktober 2011
Vogelsänger bei der feierlichen Wiedereröffnung der Renovierten Schlosskirche in Prötzel
Termin: Sonntag, 30. Oktober
Zeit: 11.00 Uhr Festgottesdienst
Ort: 15345 Prötzel, Schlosskirche, Landkreis Märkisch-Oderland
Kontakt: Förderverein Prötzeler Schlosskirche e.V., Dipl.-Ing. Rolf Kaupat; Schulweg 7b; 15345 Prötzel; Telefon: 033436/ 353 68
Prötzel – Auf Einladung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Kirchenkreis Fürstenwalde-Strausberg, nimmt Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger am kommenden Sonntag (30. Oktober) am Festgottesdienst anlässlich der feierlichen Wiedereröffnung der renovierten Schlosskirche in Prötzel teil. Den Festgottesdienst mit anschließenden Grußworten hält der Görlitzer Generalsuperintendent Martin Hirche. Für den Erhalt des Baudenkmals hat das Landwirtschaftsministerium rund 417.325 Euro aus der Richtlinie zur Förderung der integrierten ländlichen Entwicklung (ILE) und LEADER zur Verfügung gestellt. Die Gesamtkosten für die Renovierung machten 674.156 Euro aus. Der sich aus der Differenz ergebende Eigenanteil wurde vom Evangelischen Kirchenkreis Fürstenwalde-Strausberg aufgebracht.
Vogelsänger: „Mit dem Geld konnte ein Beitrag zum Erhalt des Dachs und der Fassade des Kirchenschiffs geleistet werden. Im Kirchenschiff entstand ein separater Gemeinderaum, der nun auch für vielfältige Veranstaltungszwecke und als Ort der Begegnung für die Bürgerinnen und Bürger genutzt werden kann.“
Der Landkreis Märkisch-Oderland ist Träger der deutsch-polnischen Berufsausbildung „Integrative Erstausbildung sozial benachteiligter deutscher und polnischer Jugendlicher“ – ein Projekt, das über Interreg IIIA gefördert wird. Dieses Qualifizierungsprojekt ermöglicht den Erwerb von Fach-, Sprach- und Sozialkompetenzen im deutsch-polnischen Wirtschaftsraum. Im Rahmen dieses grenzüberschreitenden Projekts werden in den Begegnungsräumen der Schlosskirche Prötzel Veranstaltungen stattfinden.
Im unmittelbar angrenzenden Küsterhaus reichte das Geld für Dach und Fenster, die Fassadenerneuerung, den Einbau von Sanitärräumen und eine Teeküche.
Im Zuge der Baumaßnahmen wurde dank einer Spende durch den Familienverband der Freiherrn von Eckardtstein e.V. die zerstörte Gruft mit noch erhaltenen Mumien instand gesetzt.
Das Projekt steht in Übereinstimmung mit den Leitlinien für eine regionale Erholungsentwicklung im Naturpark Märkische Schweiz (Rad- und Skaterstrecke „Tour Brandenburg“).
Die Dorfkirche Prötzel ist ein Denkmal von besonderer orts-, architektur-, baugeschichtlicher sowie städtebaulicher Bedeutung. Erstmals wird das Dorf „Pressel“ 1375 im Landbuch Kaiser Karls IV. erwähnt. Bereits damals besaß der Ort eine eigene Kirche.
Der Feldsteinbau wurde im Dreißigjährigen Krieg 1638 stark beschädigt. Zudem brannte 1660 das gesamte Dorf mit seiner Kirche infolge einer außer Kontrolle geratenen Brandrodung ab. Als Prötzel 1688 durch Adam Georg von Schlieben erworben wurde, wird es in den Verkaufsunterlagen wie folgt beschrieben: „die Aecker sehr verwachsen, keine Untertanen dabei zu finden, auch die Wohnung, Ställe und Scheunen meistenteils eingegangen und sehr baufällig.“
In den Jahren von 1697 bis 1698 wurde die Kirche aus Feld- und Backsteinen mit einem flach gedeckten Saalbau neu errichtet. Bereits 1700 kam Prötzel in den Besitz der Familie von Kamecke. Paul Anton Kamecke war Kammerjunker und Oberhofmeister von Preußenkönig Friedrich I. Mit dem Bau des Schlosses ließ Paul Anton von Kamecke nach Entwürfen von Andreas Schlüter 1712 eine Familiengruft mit Eingang an der Westseite des Kirchenschiffs errichten.
Kirchturm steht falsch
Um 1770 schließlich erhielt die Kirche ihren barocken Turm mit geschweifter Haube, der an der Ostseite (!) des Gebäudes errichtet wurde. Die Schlossherren hatten auch das Patronat über die Kirche – vielleicht hängt es auch damit zusammen, vielleicht gaben landschaftsgestalterische Gesichtspunkte den Ausschlag, heißt es in Beschreibungen.
1801 erwarb Ernst Jacob Freiherr von Eckardstein das Gut Prötzel. Die 1712 angelegte Kamecke-Gruft musste für die neuen Besitzer freigeräumt werden. Bis heute sind die Särge der ersten Schlossherren verschwunden.
Für die Kirche von Prötzel gründete sich im Mai 2004 ein Förderverein, denn die letzte Komplettrenovierung fand 1929 statt.
<<Prötzel261011.pdf>>
Prötzel261011.pdf