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Kommt der Spargel, kommen die Störche

Verfasst von wochenmarktfoto am Juni 18, 2009

Spargelhof am Storchennest – Rieben 

 

Quelle :   Beelitzer Spargelbote    www.preussenspiegel-online.de

Kommt der Spargel, kommen die Störche    – Stand : 2008  -

Spargelbauer und Gartenbauingenieur

Harald Heinrich, Inhaber des Spargelhofes am Storchennest kann in diesem Jahr auf ein fünfzehnjähriges erfolgreiches Betriebsjubiläum zurükkblicken. 4,5 Hektar Spargelfelder, davon 1,5 ha Junganlage, nennt er sein Eigen. Der Gartenbauingenieur hat sich auf den Bereich des weißen Edelgemüses spezialisiert. Er kennt die Geheimnisse, wie aus dem kargen Boden des Beelitzer Sanders die köstlichen Spargelstangen zu holen sind. Der Beelitzer Spargelbote hat sich genau nach diesen Geheimnissen erkundigt.

Spargelbote: Wo kommt der Spargel wirklich her?

Harald Heinrich: Unser Spargel sollte von den Feldern um Beelitz kommen. Seine Geschichte reicht aber zurück bis ins Altertum. Vor ungefähr 4700 Jahren war das Gemüse schon in Ägypten, Griechenland und bei den Römern bekannt. Allerdings galt er damals meist als Pflanze für medizinische Zwecke. In der Pyramide von Sakkara, Ägypten, wurde der Spargel bereits als Kulturpflanze verbildlicht.

Spargelbote: Wie muss der Boden beschaffen sein, damit Spargel darauf wächst?

Harald Heinrich: Von Natur aus gibt es nur wenige Böden, die ideal für den Spargelanbau sind. Im Beelitzer Sander sind mit den leichten Böden aber schon mal gute Grundbedingungen gegeben. Um aber einen Humusgehalt von 1,6 % zu erreichen, sollte man beispielsweise mindestens ein Jahr vorher Tiefwurzler ansähen. Diese Pflanzen ziehen nämlich die Nährstoffe aus den tieferen Erdschichten und geben guten Kompost ab. Auf unseren Feldern säen wir als Tiefwurzler Ölrettig oft sogar 2 – 3 Jahre vor dem Pflanzen des Beelitzer Spargels an.

Spargelbote: Und das reicht dann schon für den Beelitzer Spargel?

Harald Heinrich: Natürlich nicht, aber alles hier zu erläutern, würde den Rahmen dieses Interviews sprengen. Grob umrissen kann man sagen, dass z.B. der Stickstoffgehalt im Boden sehr genau reguliert werden muss, zu wenig lässt nur kleine Spargelpflanzen wachsen, zuviel Stickstoff kann sogar zum Absterben der kleinen Pflänzchen führen. Stickstoff wird durch Düngen mit Mist zugeführt. Bereits Jahre vor dem Anbau wird der Boden im Labor auf den PH-Wert geprüft. Im Beelitzer Sander muss man dem Boden kohlensaueren Kalk mit Magnesium zuführen. Nicht zu vergessen ist die Unkrautbekämpfung. Sie beginnt auch schon lange vor der Pflanzung der Edelgemüses. Unkraut würde dem Boden die notwendigen Minerale nämlich wieder entziehen.

Spargelbote: Grün und Bleichspargel werden unterschiedlich angebaut. 

Harald Heinrich: Grünspargel wächst auf ebenen Flächen, damit er aus dem Boden herauswachsen kann. Durch den Blick in die Sonne bildet sich Chlorophyll und gibt dem Gemüse die grüne Farbe. Der Bleichspargel wächst unter angehäuften Erdwällen und darf das Tageslicht nicht erblicken, da sich sonst die Köpfe violett färben, was bei vielen deutschen Spargelfreunden nicht so beliebt ist.

Spargelbote: Warum heißt ihr Betrieb Spargelhof am Storchennest?

Harald Heinrich: Dieser Name kam erst mit der Neugründung des Betriebes am 14. März 1993. Der kleine Spargelhof wird ja seit vielen Generationen von uns bewirtschaftet. Die Familie Heinrich ist seit jeher fest im Beelitzer Ländchen verwurzelt. Doch erst nach der Wiedervereinigung wurde das zu DDR – Zeiten kollektiv genutzte Land den Bauern zurückgegeben. Ab da konnte auch unser Spargelhof am Storchennest effektiv bewirtschaftet werden. Ich bin übrigens seit der Gründung des Beelitzer Spargelvereins Mitglied.

Nun zur Erklärung, warum dieses Anwesen als Spargelhof am Storchennest benannt wurde:

Auf dem Nachbargrundstück befindet sich der Schornstein einer alten Bäckerei. Da nisten seit Jahren die Störche. Kommt der Spargel, kommen die Störche, also Spargelhof am Storchennest. Das gehört irgendwie zusammen.


siehe auch :

Fotoserie : www.spargel.brandenburghalle.com

Fotoserie : Spargelanstich 2008 – Spargelhof am Storchennest

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